LEXIKON ZUR DATENRETTUNG

Write-Blocker

Ein Write-Blocker ist ein Gerät oder eine Software, die entwickelt wurde, um den Schreibzugriff auf Speichermedien wie Festplatten, SSDs, USB-Laufwerke oder Speicherkarten zu blockieren.

Es handelt sich um ein wichtiges Werkzeug in der forensischen Datenerfassung und Datenrettung, da es sicherstellt, dass während des Zugriffs auf ein beschädigtes oder potenziell beweisrelevantes Speichermedium keine Änderungen an den Daten vorgenommen werden.

Auch im Bereich der professionellen Datenrettung spielen Write-Blocker eine wichtige Rolle, denn der originale Datenbestand wird bei einer Datenwiederherstellung nicht modifiziert.

Tableau Write Blocker

Forensiche Datenanalyse

Die Hauptfunktion eines Write-Blockers besteht darin, den Schreibzugriff auf das Zielspeichermedium vollständig zu unterbinden. Es verhindert jegliche schreibende Operation auf dem Speichermedium, während der Lesezugriff weiterhin ermöglicht wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die Integrität der vorhandenen Daten nicht gefährdet wird und keine unabsichtlichen Änderungen oder Löschungen während der forensischen Untersuchung oder Datenrettung auftreten.

Einige Write-Blocker bieten zusätzliche Funktionen wie Schreibschutzindikatoren, die anzeigen, ob das Speichermedium schreibgeschützt ist oder nicht. Diese Indikatoren helfen dem Benutzer, den aktuellen Status des Write-Blockers zu überprüfen und sicherzustellen, dass keine unerwünschten Schreibzugriffe erfolgen.

Write-Blocker werden häufig in der forensischen Datenanalyse eingesetzt, um Beweismaterial von Speichermedien zu sichern, ohne die Integrität der Daten zu gefährden. Bei der Datenrettung werden Write-Blocker eingesetzt, um beschädigte Speichermedien zu untersuchen und potenziell wiederherstellbare Daten zu extrahieren. Sie ermöglichen es den Datenrettungsexperten, auf die Daten zuzugreifen und nach verlorenen, gelöschten oder beschädigten Dateien zu suchen, ohne das Speichermedium zu verändern.

Typen von Write-Blockern

Hardware-basierte Write-Blocker bestehen aus physischen Geräten, die zwischen das zu untersuchende Speichermedium und das Computer- oder Auslesegerät geschaltet werden. Hardware-basierte Write-Blocker bieten in der Regel eine zuverlässige Schreibschutzfunktion und können verschiedene Schnittstellen wie USB, SATA, IDE oder SCSI unterstützen.

Software-basierte Write-Blocker sind spezielle Programme oder Betriebssysteme, die auf einem Computer oder einer Workstation installiert werden. Sie verwenden Software-Algorithmen, um den Schreibzugriff auf das Zielspeichermedium zu blockieren. Software-basierte Write-Blocker können für bestimmte Betriebssysteme oder Forensik-Tools verfügbar sein und erfordern normalerweise eine spezielle Konfiguration.

Inline-Write-Blocker sind spezielle Geräte, die in den Datenpfad zwischen dem zu untersuchenden Speichermedium und dem Computer oder Auslesegerät eingefügt werden. Sie überwachen den Datenfluss und blockieren den Schreibzugriff, ohne den Lesezugriff zu beeinträchtigen. Inline-Write-Blocker bieten häufig erweiterte Funktionen wie Schreibschutzindikatoren und können auch als Datenfilter fungieren, um unerwünschte Inhalte zu blockieren.

Kabelgebundene Write-Blocker bestehen aus speziellen Kabeln oder Adaptern, die zwischen das zu untersuchende Speichermedium und den Computer angeschlossen werden. Sie bieten eine einfache und bequeme Möglichkeit, den Schreibzugriff zu blockieren. Kabelgebundene Write-Blocker sind oft portabel und leicht zu transportieren, was sie ideal für den Einsatz in Feld- oder forensischen Umgebungen macht.

Atola Write-Blocker

Hardware-basierter Write-BlockerSoftware-basierter Write-Blocker
DefinitionEin physisches Gerät, das das Schreiben auf ein Speichermedium blockiert, um die Datenintegrität zu gewährleisten.Ein Programm oder ein Betriebssystemmechanismus, der das Schreiben auf ein Speichermedium blockiert, um die Datenintegrität zu gewährleisten.
Vorteile1. Funktioniert unabhängig vom Betriebssystem. 2. Bietet oft eine robustere und sicherere Lösung. 3. Kein Risiko von Software-Kompatibilitätsproblemen.1. Einfacher und schneller zu implementieren. 2. Kosten sind oft niedriger als bei Hardware-Lösungen. 3. Kann auf entfernte oder virtuelle Laufwerke angewendet werden.
Nachteile1. Oft teurer als Software-Lösungen. 2. Kann auf entfernte oder virtuelle Laufwerke nicht angewendet werden.1. Potenzielle Risiken durch Software-Bugs oder -Kompatibilitätsprobleme. 2. Abhängig von der Integrität des Betriebssystems.
AnwendungenForensische Untersuchungen, Datenwiederherstellung, IT-Sicherheit.Forensische Untersuchungen, Datenwiederherstellung, IT-Sicherheit, Cloud-Computing.
BeispieleTableau Forensic Bridge, WiebeTech Forensic UltraDock v5.FTK Imager, EnCase Forensic, SafeBlock.

Wie funktioniert ein Write-Blocker?

Wie beschrieben gibt es zwei Hauptkategorien von Write-Blockern: hardwarebasierte und softwarebasierte. Jeder Typ hat das gleiche grundlegende Ziel – die Verhinderung von Schreibzugriffen –, aber sie erreichen dieses Ziel auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Methoden.

Ein Hardware-Write-Blocker ist ein physisches Gerät, das zwischen einem Computer und dem zu analysierenden Speichergerät platziert wird. Im Kern interpretiert und modifiziert der Hardware-Write-Blocker die Kommunikation zwischen dem Computer und dem Speichergerät. Er fängt alle von der Host-Maschine ausgehenden Befehle auf, lässt “Read”-Befehle durch, blockiert aber “Write”-Befehle. Diese Geräte sind mit den gängigen Speicher-Interfaces vertraut, einschließlich SATA, USB und FireWire, und ihre Firmware ist speziell entwickelt, um die entsprechenden Spezifikationen einzuhalten und zu interpretieren.

Softwarebasierte Write-Blocker erfüllen die gleiche Funktion, jedoch auf der Ebene des Betriebssystems oder des Dateisystems. Sie überwachen und interpretieren die Low-Level-Kommunikation zwischen dem Betriebssystem und dem Speichermedium und blockieren jeden Versuch, Daten auf das Medium zu schreiben. Sie müssen in der Lage sein, eine Vielzahl von Dateisystemen zu verstehen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, NTFS, FAT, HFS+ und ext4.

Ob Hardware- oder Software-Write-Blocker, sie agieren alle auf der gleichen technischen Ebene, um die Spezifikationen der “SCSI-Befehle” einzuhalten. Bei “Write”-Befehlen wird die Spezifikation der SCSI-Befehle so interpretiert, dass sie blockiert werden. Dazu gehören Befehle wie “WRITE”, “WRITE AND VERIFY”, “SYNCHRONIZE CACHE”, “WRITE BUFFER” und andere, die eine Modifikation des Speichermediums verursachen könnten. “Read”-Befehle hingegen, wie “READ”, “READ CAPACITY” und dergleichen, werden zugelassen.


Write-Blocker und Datenrettung

Der Einsatz eines Write-Blockers bei der Datenrettung ist von entscheidender Bedeutung, da er sicherstellt, dass keine weiteren Datenverluste oder Veränderungen an den vorhandenen Daten auftreten. Durch den Schreibschutzmechanismus des Write-Blockers wird verhindert, dass versehentlich Daten überschrieben oder beschädigt werden. Dies ist besonders wichtig, wenn das betroffene Speichermedium beschädigt ist oder Anzeichen eines Hardwarefehlers aufweist.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein Write-Blocker allein keine umfassende Lösung für die Datenrettung darstellt. In einigen Fällen können beschädigte Speichermedien spezielle Techniken erfordern, um Daten wiederherzustellen, wie beispielsweise die Verwendung von spezialisierten Datenrettungsgeräten oder -verfahren. In solchen Fällen ist es ratsam, die Dienste von professionellen Datenrettungsunternehmen in Anspruch zu nehmen, die über das erforderliche Fachwissen und die erforderliche Ausrüstung verfügen, um eine erfolgreiche Datenrettung durchzuführen.

Synonyme:
Schreibschutz, read-only
< zurück zum Datenrettungslexikon
© Copyright - 030 Datenrettung Berlin GmbH | Mühlenstraße 38 | 13187 Berlin | Germany