Seriösen Datenretter finden: Anbieter richtig vergleichen
Worauf Sie bei Labor, Kosten, AGB, Datenschutz und Erfolgsversprechen eines Datenretters achten sollten
Viele der so genannten Reseller werben mit bundesweiter oder gar europaweiter Präsenz und haben dafür ein beeindruckendes Netz von Abgabestellen etabliert.
Es handelt sich dabei aber bei genauerer Betrachtung vielfach nicht um echte Filialen, sondern – oft in zentraler bester Stadtlage in repräsentativen Business Centern – um mietbare Abgabestellen bzw. Briefkästen.
Gleiches gilt übrigens für Abgabestellen bei EDV-Dienstleistern: Diese werden ebenfalls gerne genutzt, um die allgemeine Abwicklung ( Annahme, Einsendung ) zu vereinfachen und Seriösität durch ein großes Abgabenetz zu simulieren. Für den IT-Dienstleister springt dabei noch eine ordentliche Provision heraus, weshalb sich viele hierzu verleiten lassen.
Im Zweifel kann der verzweifelte Kunde seinen Datenrettungsfall dann einer Empfangsdame schildern, die den Datenträger entgegennimmt und ihn dann im Auftrag des virtuellen Mieters von dort aus auf Reisen meist ins Ausland verschickt. Hier ist also in jedem Fall Vorsicht geboten:
Sie sollten skeptisch sein, wenn die Firmenanschrift in einem Business-Center oder einem vor Ort ansässigen EDV-Service zu verorten ist: Ein Reinraum-Labor wird es hier jedenfalls nicht geben und ob Sie hier eine kompetente Beratung erhalten werden, ist ebenfalls äußerst zweifelhaft.
Um eventuell auftretende juristische Ansprüche nach deutschem Recht geltend machen zu können, muss im Impressum des Datenretters eine in Deutschland registrierte Firma genannt werden.
Die Angabe einer Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die mit DE für Deutschland beginnen muss ist hierbei besonders wichtig. Rechtsformen wie Ltd., s.r.o. oder B.V. deuten auf eine Firma mit Sitz im Ausland hin, bei denen die Durchsetzung von Rechtsansprüchen nicht gewährleistet ist.
Auch eine weitere Recherche zu den im Impressum genannten Personen kann hilfreich sein. Wenn sich z.B. herausstellt, dass der Inhaber eigentlich Versicherungsvertreter oder fundamentalchristlicher Pastor ist.
Ein weiterer Hinweis kann der Unternehmensname sein: Ist die Firmierung (nicht Copyright / Markeneintragungen) mit der Thematik der Datenrettung in Einklang zu bringen oder handelt es sich womöglich nur um eine SEO / Media-Agentur mit anderem Geschäftsfeld?
Führt das im Impressum genannte Unternehmen also wirklich selbst die Datenrettung durch oder erweckt es nur den Anschein, ein Datenrettungsdienst zu sein und delegiert die Datenrettungsfälle dann gegen Provision weiter?
Es gibt Anbieter, die werben mit einer Datengarantie von 95% oder mehr bei der Datenrettung. Eine Datenrettung ist jedoch immer eine „Notoperation“ und eine Garantie kann bei einer solchen seriös niemand aussprechen – jeder Fall ist anders gelagert und hat seine ganz eigenen Erfolgschancen! Somit ist mit einer solchen „Garantie“ im Einzelfall (und das ist jeder Datenrettungsfall!) niemanden geholfen, zumal meist z.B. die Anzahl und Lesbarkeit von geretteten Daten explizit ausgeklammert werden …
Gerade in den AGB werden all jene Fallstricke versteckt, die Sie im Fall der Fälle zu einem Geschädigten machen!
Ein Beispiel: Ein vermeintlich in Deutschland ansässiges Unternehmen wirbt mit deutschen Labors, Zertifikaten (ISO9001) und hohen Qualitätsrichtlinien. In den AGB wird aber deutlich, dass das Unternehmen nur als Mittelsmann tätig ist: So können Datenträger zur Diagnose und Wiederherstellung innerhalb der EU frei disponiert werden. Anders gesagt kann der „Datenretter“ den Datenträger nach eigenem Ermessen an andere Unternehmen in z.B. Tschechien, Ungarn oder Polen weiterleiten. Um welche Unternehmen es sich hier handelt, wird nicht genannt. Der Kunde weiß nicht, wo sich sein Datenträger eigentlich befindet und wo er bearbeitet wird.
Ein weiteres Beispiel: Eine Festplatte wird zur vermeintlich kostenlosen Analyse zu einem örtlichen Datenretter vor Ort gebracht. Der Kostenvoranschlag wird aufgrund seiner horrenden Höhe von mehreren Tausend Euro abgelehnt. Der Anbieter besteht nun aber plötzlich auf einer „Bearbeitungsgebühr“ von 250€ für die Rückabwicklung und die Festplatte befindet sich mittlerweile irgendwo hinter den Alpen. Hier wird der Kunde nun wohl oder übel zahlen müssen, wenn er seine Festplatte wieder haben will. Hätte er die AGB genau gelesen, wäre das sicher aufgefallen.
Ein weiteres Beispiel: Eigentlich sollte man annehmen, dass der Kunde für die Dienstleistung der Datenrettung keine Kosten zu tragen hat und nur eventuell erforderliche Ersatzteile anfallen, wenn der Prozess der Datenrettung nicht zum Erfolg führt. Bei einigen Anbietern trägt der Kunde jedoch bis zu 45% des Kostenvoranschlags für die Dienstleistung, selbst wenn keine Daten gerettet werden können. Solche Fallstricke sind ausschließlich in den AGB ersichtlich.
Kostenlose Express-Abholung, scheinbar extrem reduzierte „Aktionsangebote“ und dann auch noch „Bestpreisgarantien“,… Wird beim Anbieter alles Mögliche kostenlos oder angeblich „für kurze Zeit reduziert“ angeboten?
Seien Sie gewarnt: Viel zu oft handelt es sich hierbei nur um reine Lockangebote. Ist der Datenträger erst mal beim vermeintlich günstigen Datenrettungsdienst irgendwo in Österreich, Tschechien, Ungarn, China oder wo-auch-immer, werden die Kosten einer Datenrettung schnell sehr teuer.
Wir führen zahlreiche Zweitgutachten für die Datenrettung durch, bei denen Kunden auf solche Werbeversprechen hereingefallen sind. Die Kostenvoranschläge lagen bei den Anbietern in der Regel zwischen 1.500 – 6.000€ für eine einzelne Festplatten-Rettung – und die Kunden erhielten Ihre Datenträger häufig bei Nichtannahme des Angebots nur gegen eine nicht unerhebliche Gebühr zurück. Nicht selten in einem schlechten Zustand.
Auch, wenn Sie nicht am Ort des Unternehmens Ihrer Wahl wohnen, fragen Sie nach: Könnten Sie den Datenträger auch persönlich vorbeibringen? Uns bringen Kunden Ihren Datenträger nicht selten persönlich in unser Datenrettungslabor, selbst wenn sie dafür hunterte Kilometer Weg auf sich nehmen müssen.
Bei einer Abgabe vor Ort oder bei der telefonischen Beratung sollten Sie ich fragen: Werden ich fachlich fundiert beraten bzw. haben Sie bei telefonischer Kontaktaufnahme das Gefühl, Ihr Gegenüber verfügt über fundierte Kenntnisse, was den Umgang mit defekten Datenträgern betrifft?
Können Ihre technischen Fragen direkt oder durch Vermittlung an einen Techniker im Unternehmen beantwortet werden? Wenn ja, dann sind Sie an einer qualifizierten und vertrauenswürdigen Adresse, denn kompetente und ausgiebige Beratung ist für professionelle Datenrettungsunternehmen selbstverständlich.
Es gibt einige Unternehmen, die mit hohen Erfolgsquoten von zum Teil 99% werben. Fallen Sie nicht auf solche Werbeversprechen herein:
Jeder Datenrettungsfall ist anders gelagert und hat seine ganz eigenen Anforderungen und Erfolgsaussichten. Von den Anbietern wird nicht genannt, welche Formen von Datenverlusten hier ausgewertet worden sind, ob es sich hierbei also um logische, leichte oder schwere physische Beschädigungen handelt. Diese Art der Werbung ist intransparent und sollte nicht als Entscheidungskriterium herangezogen werden.
Auch wir freuen uns über Kunden, die gut über unsere Datenrettungsdienste berichten, sei es auf ihrer eigenen Webseite, in Blogs oder durch die freundliche Erlaubnis, dass wir sie als unsere Referenzkunden nennen dürfen.
Bei Datenrettern, die auf Ihren Webseiten als Referenz alle größeren Daxunternehmen auflisten, ist unserer Ansicht nach jedenfalls Vorsicht angesagt.
Bewertungsportale und Sternebewertungen sind in den letzten Jahren für Unternehmen immer wichtiger geworden. Viele Kunden schenken den Bewertungen auf entsprechenden Portalen wie Trustpilot, Ausgezeichnet.org, Werkenntdenbesten oder einfach nur den Bewertungen bei Amazon und Google viel Vertrauen.
Doch auch hier sollten Sie die Bewertungen der jeweiligen Anbieter genau prüfen, da auch hier z.B. durch Media-Agenturen und SEO-Anbieter gern nachgeholfen wird.
Jeder kennt es: Sucht man bei Google oder anderen Suchdiensten nach einem Produkt oder einer Dienstleistung werden automatisch viele Adwords Werbeanzeigen ausgeliefert. Die entsprechenden Anzeigen sind als solche gekennzeichnet und befinden sich am Anfang und am Ende des Suchergebnisses.

Die meisten Endverbraucher wissen nicht, welch hohe Kosten diese Anzeigen bei den Werbetreibenden verursachen. Bei Suchbegriffen im Bereich der Datenrettung werden dem Werbetreibenden je nach Anzeigen-Position durchschnittlich 5 bis 50 Euro für einen Klick berechnet. Hierbei ist für den Werbetreibenden noch keinerlei Geschäft zustande gekommen. Sie können sich also vorstellen, dass bei Anbietern, die sich diese teuren Anzeigenformate dauerhaft leisten auch die Datenrettung sehr viel teurer sein wird.
Denn Datenrettung ist Vertrauenssache!
Denn Datenrettung ist Vertrauenssache!